Das Handelsblatt als Keynes-Versteher oder: Wie man was besser nicht versteht

Das Handelsblatt hat am Samstag eine Beilage von mehreren Seiten dem Thema „Keynes“ gewidmet. Unter dem Obertitel „Der unverstandene Prophet“ werden die „Irrtümer des John M. Keynes“ vorgeführt, angefangen mit dem ewigen Schuldenmachen der Staaten, über die „Vorliebe“ des Herrn Keynes für den Konsum statt der Investition bis hin zur Kritik am Freihandel. Abschließend diskutieren die ausgewiesenen Keynes-Kenner Hans-Werner Sinn und Sarah Wagenknecht.

Das hat mich angeregt, einen kleinen offenen Brief an das Handelsblatt zu schreiben:

Liebes Handelsblatt,

danke für die schöne Keynes-Geschichte am Wochenende. Es ist besonders löblich, dass ein Blatt, das die klare Mission hat, die Welt von all den bösen Marktkritikern zu befreien und die Menschen auf den rechten Weg des Marktes zu führen, sich so ausführlich mit John M. Keynes beschäftigt. Es bleiben bei mir allerdings einige Fragen, die ich noch stellen will, und ich habe einen revolutionären Vorschlag für die nächste Beilage.

Zunächst muss ich allerdings zu meiner Person klarstellen, dass mich nicht wirklich interessiert, was Herr Keynes wann und wo gesagt, und vor allem nicht, was er getan hat. Ich interessiere mich weniger für Menschen als für Sachen und die sind heute einfach so, dass man bei Benutzung des eigenen Verstandes ganz schön weit kommt und nicht auf einem Toten herumhacken und in dessen vergilbten Zitaten herumwühlen muss. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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