Der Freihandel als Retter oder warum die Phantasielosigkeit der Neoliberalen wirtschaftliche Entwicklung verhindert

 

Geradezu enthusiastisch wurde in Europa das Angebot von Präsident Obama aufgenommen, konkret über eine Freihandelszone zwischen den USA und Europa zu reden. Sofort war wieder von vielen Arbeitsplätzen die Rede, die dabei geschaffen werden könnten und von den Wachstumsmöglichkeiten, die sich dadurch böten.

Das ist immer so. Ob man sich auf eine neue Liberalisierungsrunde bei der Welthandelsorganisation in Genf einigt, ob in Brüssel der Europäische Binnenmarkt geschaffen wird oder in Maastricht die Europäische Währungsunion, immer ist das Ergebnis in den Kommentaren aus mehr oder weniger berufenem Munde und in den Medien, nun sei mehr Wachstum und mehr Beschäftigung sicher, weil der freie Handel ja die entscheidende Quelle des Wohlstands darstelle.

Das ist zwar noch nie so eingetreten, aber das kümmert eigentlich niemanden, denn hinterher ist einfach immer alles anders als vorher. Auch ist der Handel die entscheidende Quelle des Wohlstandes nur in einem (neoklassischen) Weltbild, das einfach keine anderen Quellen kennt, weil es über keine auch nur annähernd befriedigende Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung verfügt. Aber was soll’s, Handel ist immer gut.

Besonders in Berlin war man hoch erfreut, würden sich doch dann die Anstrengungen zur Verbesserung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit auszahlen, die inzwischen als die wichtigste Weichenstellung in Sachen Eurokrise begriffen werden. [...]

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