Archiv | 01.03.2013

Arbeitsmarkt bestätigt: Deutsche Wirtschaft stagniert bestenfalls

Die gestrigen Zahlen vom Arbeitsmarkt bestätigen, was wir schon wussten: Die deutsche Wirtschaft stagniert – bestenfalls! Saisonbereinigt hat sich die Zahl der Arbeitslosen praktisch nicht verändert, was auch für die Zahl der offenen Stellen gilt. Die von Thorsten Hild nach Claus Köhler berechnete Spannungszahl zeigt sogar eine weitere leichte Verschlechterung der Lage.

Dass in den deutschen Medien immer noch die Originalzahlen vom Arbeitsmarkt und nicht die saisonbereinigten Werte genannt werden, ist ein wunderschönes Beispiel für die Lernfähigkeit derselben. Als ich im Jahr 1975 meine Berufstätigkeit im Stab des Sachverständigenrates begann, haben sich die Kollegen dort schon lustig gemacht über die stereotype monatliche Meldung vom Arbeitsmarkt, die meist darauf hinausläuft zu sagen, oh, im November war das Wetter kälter als im Oktober. Jetzt, fast 40 Jahre später, hat sich daran kaum etwas geändert. Gratulation, wenn wir so weiter machen, werden noch einmal tausend Jahre lang die Wettermeldungen vom Arbeitsmarkt als interessante Information verkauft. Ich frage mich, ob die Redakteure, die so etwas zu Papier oder auf den Sender bringen, überhaupt wissen, an wie vielen Stellen sie direkt vernünftige saisonbereinigte Daten bekommen (weil, wie bei Industrieproduktion oder Auftragseingang, erst gar keine anderen herausgegeben werden) und mit der gleichen Selbstverständlichkeit vermelden wie das Wetter vom Arbeitsmarkt.

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