Was man in Augsburg über Griechenland zu hören bekommt

 

Professor Hans-Werner Sinn erklärte auf dem 39. Augsburger Konjunkturgespräch der IHK vergangene Woche, dass die Euro-Krise längst nicht gelöst sei. „Das Kernproblem sei, sagte Sinn, dass die Länder in Südeuropa nicht wettbewerbsfähig sind.“ (so zitiert in der Augsburger Allgemeinen) Wo er recht hat, hat er recht. Doch jetzt kommt’s: „Griechenland sei noch immer 61 Prozent teurer als die Türkei, Portugal 43 Prozent.“

Das ist stark. Wenn die Zahlen stimmen, folgt nämlich daraus nur, dass die türkische Währung gegenüber dem Euro insgesamt offenbar massiv unterbewertet ist (wenn auch nicht um ganze 61% wie gegenüber Griechenland) und stark aufwerten müsste. Wie man über das Thema Eurokrise referieren und dann Preisniveauvergleiche zwischen einzelnen Eurokrisenländern und Ländern anstellen kann, die eine andere, eine eigene Währung haben, bleibt ein Rätsel. Mag sein, dass sich die genannten Prozentzahlen in einem Vortrag vor biederen Schwaben gut ausnehmen, weil sie so drastisch klingen und dadurch die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöhen. Das lässt sich auch daran ablesen, dass dies die einzigen beiden konkreten Zahlen sind, die es von dem Sinn’schen Vortrag in die Augsburger Allgemeine geschafft haben.

Mit rationaler Analyse haben solche Vergleiche aber nichts zu tun. [...]

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