Zypern gerettet – Währungsunion näher am Abgrund

Was ich vor einigen Tagen schon vermutet hatte, hat sich bewahrheitet. Gestern hat der EU-Gipfel Zypern zwar vorläufig gerettet, aber zu einem hohen Preis. Wieder einmal hat man vollkommen unsystematisch in die Souveränität eines Landes eingegriffen und so die Gefahr des Zusammenbruchs der gesamten Währungsunion weiter vergrößert.

Diesmal hat es die Sparer getroffen. Was in Deutschland über Wochen die „Gläubiger der Banken“ genannt wurde, sind natürlich die Sparer (was man in Deutschland aus politischen Gründen so nicht sagen wollte und alle Medien haben das Wort „Gläubiger“ nachgeplappert). Weil die Banken in Zypern groß sind und man die Vermutung hatte, dort werde Schwarzgeld gewaschen, hat man über’s Wochenende kurzerhand alle Sparer kräftig zur Kasse gebeten. Das schafft eine neue Dimension der Unsicherheit, weil bisher die eiserne Regel galt, die Einleger der Banken zu schützen. In Irland wurden trotz riesiger Banken und mehr als dubioser Bankgeschäfte alle Einleger verschont.

Nun ist zum ersten Mal das Horrorszenario eingetreten, dessen Androhung schon zu Kapitalflucht aus den südeuropäischen Ländern geführt hat: Eines Morgens wacht man auf und hat viel weniger Geld auf dem Konto als am Abend vorher. Zwar geht es bisher noch nicht um den EWU-Austritt des Landes, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden