Zypern ist systemrelevant – so wie alle anderen Länder der Europäischen Währungsunion auch

Die Diskussion um einzelne Länder in der Währungsunion treibt seltsame Blüten. In den vergangenen Wochen ist Zypern in den Focus von Politik und Medien geraten und sah sich erheblichem Druck ausgesetzt, massive Eingriffe in seine Wirtschaft vorzunehmen, um Kredite zur Überwindung seiner Bankenkrise zu bekommen. Dabei ging es um die Steuersätze für Unternehmen im Land, um Geldwäsche und um Banken, die offenbar besonders viel Geld von russischen Anlegern in ihren Büchern stehen haben. Man werde, so einige deutsche Politiker, „Zypern fallen lassen“, wenn nicht von deren Seite erhebliche Zugeständnisse gemacht würden.

An diesen Einlassungen zeigt sich wieder einmal, dass in Deutschland die Währungsunion als solche vollkommen unverstanden ist. Kaum einer hat begriffen, welch weitgehenden Schritt man mit der Gründung einer Währungsunion in Europa gemacht hat und wie gravierend die Auswirkungen für alle Zukunft sein werden. Währungsunion, das habe ich in den vergangenen Jahren sicher hundert Mal geschrieben, bedeutet ausschließlich, das nationale Geldwesen aufzugeben und in gemeinsame Hände zu legen. Es bedeutet jedoch nicht und muss auch nicht bedeuten, dass alle Aspekte des Lebens und der Politik vereinheitlicht werden.

Weil aber von Anfang an die Vereinheitlichung des Geldwesens überlagert wurde von Wünschen zur politischen Vereinheitlichung, insbesondere den Vorschriften zur Begrenzung der Staatsverschuldung, [...]

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