Angela Merkel über Schulden und die Unabhängigkeit von den Banken

Wenn es stimmt, was das Handelsblatt gestern über die ökonomische Weltsicht der Bundeskanzlerin verkündet, dann gute Nacht Deutschland. Angela Merkel ist ja schon in den letzten Monaten durch prononcierte Äußerungen zur Wirtschaftspolitik aufgefallen, die von einer begrenzten analytischen Durchdringung der Materie ein gewisses Zeugnis abgelegt hatten. Nun aber, so berichtet das Handelsblatt, habe sie gesagt, es gebe viele Gründe für den Abbau von Schulden (des Staates, ist wohl gemeint, HF): „Einmal, um unabhängiger von internationalen Finanzmarktakteuren zu werden. Zum Zweiten, weil Banken dazu neigen, erst Staatsanleihen zu kaufen, bevor sie der Wirtschaft Kredite geben“. Sie zeigte sich laut Handelsblatt zudem darüber besorgt, dass die Versorgung mit Krediten in Ländern mit hoher Staatsverschuldung immer schwieriger werde. Das ist stark.

Die Bundeskanzlerin hat ausweislich dieser Analyse die entscheidenden Zusammenhänge zwischen Sparen und Schulden in einer offenen Volkswirtschaft und in der Eurozone nicht nur nicht verstanden. Problematischer noch ist, dass man mit diesem Stand des Wissens die Krise niemals bewältigen kann. Die „internationalen Finanzmarktakteure“ sind in der Tat sehr wählerisch geworden, welchem Land sie ihr Geld zu welchem Zinssatz leihen. Negativ davon betroffen sind vor allem südeuropäische Länder mit Leistungsbilanzdefiziten. Diese haben über Jahre hinweg eine erhebliche Verschuldung im Ausland aufgebaut, [...]

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