Die fabelhafte Welt der Deutschen Bundesbank

In ihrem Monatsbericht Februar 2013 greift die Deutsche Bundesbank öffentlich geäußerte Forderungen auf, die deutschen Löhne für eine Belebung der Binnennachfrage und eine Reduktion der Außenhandelsungleichgewichte deutlich anzuheben. Sie stellt diesen Forderungen die Ergebnisse einer Simulationsstudie entgegen, die darauf hinauslaufen, „dass eine von außen auferlegte Anhebung des Lohnniveaus eine Verteuerung des Produktionsfaktors Arbeit darstellt, die primär zu einem Abbau von Beschäftigung führt. In der Konsequenz werden die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte nicht gestärkt, sondern geschwächt, der Leistungsbilanzüberschuss steigt noch an, und die Aufgabe der Notenbanken, Preisstabilität zu gewährleisten, wird erschwert.“ (S. 21 ebendort)

Die Position der deutschen Währungshüter in Sachen Lohnpolitik ist nicht neu. Schon 2010 bediente sich die Bundesbank dieses Simulationsansatzes, um die positiven Wirkungen der deutschen Lohnmoderation auf die Binnenwirtschaft und ihre Unbedenklichkeit hinsichtlich der Leistungsbilanzungleichgewichte – „der (nominale) Leistungsbilanzsaldo sinkt (sic!) langfristig gegenüber der Basislinie etwas“, S. 37 Monatsbericht Juli 2010 – nachzuweisen. Auch der Sachverständigenrat stützte seine gleich lautenden Ansichten im Jahresgutachten 2010/2011 (Ziffer 195) auf dasselbe Modell.

Dass sich die Deutsche Bundesbank aber auch im Jahr 2013, d.h. im Jahr 12 deutscher Leistungsbilanzüberschüsse und im Jahr 10 deutscher Leistungsbilanzüberschüsse oberhalb von 4% des deutschen Bruttoinlandsprodukts, immer noch auf dieses Modell bezieht, [...]

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