Archiv flassbeck-economics | 29.04.2013 (editiert am 25.05.2016)

„Ein bisschen Streit muss sein“ – wie sich die SZ als Sprachrohr der Bundesregierung geriert und die europäische Krise wieder einmal fundamental missversteht

Im Jahre vier der großen europäischen Krise und nach massiven Verwerfungen mit grassierender Massenarbeitslosigkeit und immer wieder aufflammendem Hass auf Deutschland in vielen Ländern Südeuropas macht die größte deutsche Zeitung eine Europabeilage (von mehreren europäischen Zeitungen zusammen) mit dem Titel auf: „Ein bisschen Streit muss sein“ (Süddeutsche Zeitung am 25.4.2013).  Nichts könnte besser als die darin zum Ausdruck kommende Ignoranz und Arroganz das Problem bebildern, unter dem Europa wie ein Hund leidet. Deutschland verweigert den anderen Ländern nicht nur den nötigen Respekt in der Krise, es versucht zudem bewusst, die Krisenursachen und ihre Folgen zu verharmlosen, indem es sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt.

In geradezu klassischer Weise demonstriert das die SZ in dem der Beilage vorangestellten Artikel, wo sie aufzuzeigen versucht, wie intensiv und ergebnisoffen in Berlin scheinbar nach neuen Strategien gesucht wird und wie breit die Bundesregierung die ungelösten Fragen analysiert. Pech nur, dass schon die Beschreibung dieser Suche durch die SZ zu einem Desaster hinsichtlich der analytischen Fähigkeiten der Regierenden in Berlin wird – was die SZ Leitartikler freilich überhaupt nicht mitbekommen.

Wie viel Gleichheit der Lebensbedingungen es geben oder wie viel man aufgeben müsse, ist offenbar das am meisten diskutierte Problem in Berlin. [...]

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