Und noch mal die Wettbewerbsfähigkeit

Die Bedeutung der Wettbewerbsfähigkeit für unser Land, die EWU und Europa bleibt ein spannendes und offenbar weiterhin noch wenig verstandenes Thema. Folgende Leserfrage erreichte uns:

„Was Sie fordern, ist doch nichts anderes, als dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit auf das Niveau der europäischen Südländer hinunternivelliert. Kann das wirklich die Lösung sein? Die Folgen wären nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze EU katastrophal. Was wäre die EU noch ohne Deutschland? Gleichzeitig beschwichtigen Sie, was das Thema China betrifft. Dabei wird es – oft dank staatlich gestützter Preise – in immer mehr Bereichen zum Weltmarktführer, auch gegenüber Deutschland.“

Der entscheidende Haken an diesem Einwand ist, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit gar nicht auf das derzeitige Niveau der südeuropäischen Länder absenken kann, weil – man kann es nicht oft genug wiederholen – Wettbewerbsfähigkeit keine absolute Größe ist,
sondern eine relative. Was heißt das konkret? Vielleicht lässt sich der Unterschied zwischen „relativ“ und „absolut“ an einem anderen Beispiel leichter verstehen. Produktivität ist im Gegensatz zur Wettbewerbsfähigkeit ein absolutes Konzept. Wenn man 10 Tonnen Stahl in einer Stunde in einem Stahlwerk produziert und dann irgendwann (z.B. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden