Archiv flassbeck-economics | 29.05.2013 (editiert am 25.05.2016)

Wachstumsschwäche in Brasilien und vielen anderen Entwicklungsländern – warum es nicht so vorwärts geht wie es sollte

Ich werde oft gefragt, wie es kommt, dass eine Gruppe der Entwicklungsländer, die asiatischen vor allem, über viele Jahre schon gute Fortschritte machen beim Aufholen gegenüber den Industrieländern, während andere, vor allem die Länder Lateinamerikas sich dabei viel schwerer tun. Insbesondere zu Brasilien, wo derzeit die Wirtschaft nur noch ganz langsam wächst, wird oft gefragt, warum die sozialdemokratische Regierung, die nunmehr schon in der dritten Amtszeit an der Macht ist, nicht energischer eine ganz andere Wirtschaftspolitik durchgesetzt hat.

Das sind keine einfachen Fragen, weil die Länder doch sehr unterschiedlich sind und man nicht leichtfertig verallgemeinern sollte. Gleichwohl gibt es einige wichtige Muster, die den Kern der Geschichte erklären. Für Brasilien gab und gibt es zudem interne und externe Restriktionen, die man nicht vernachlässigen darf.

Zunächst muss man zur Kenntnis nehmen, dass es keine weitgehend anerkannte und bewährte Entwicklungstheorie gibt, auf deren Basis die Wirtschaftspolitik in einem Entwicklungsland agieren könnte. Viele Entwicklungsländer bemühen sich, auf der Basis der neoklassischen Wachstumstheorie oder mit Modellen vom Typ Harrod-Domar genau die Bedingungen herzustellen, die in diesen Modellen gegeben sein müssen, damit man eine Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktion erzielen kann. Das endet dann oft damit, dass die Länder glauben, sie müssten (den neoklassischen Wachstumsmodellen wie dem von Robert Solow folgend) die Sparquote der privaten Haushalte erhöhen, [...]

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