Archiv | 27.05.2013

Der ifo-Index steigt: Die professionellen Optimisten sind wieder für einen Monat gerettet

Jeden Monat das gleiche Spiel. Der ifo-Index zittert sich ein wenig nach oben und die positiven Nachrichten nachhechelnden professionellen Optimisten in den deutschen Medien überschlagen sich geradezu. Spielt dann noch der dubioseste aller Indikatoren, der GFK Konsumklimaindex mit und geht auch nach oben, dann „strotzt“ die deutsche Wirtschaft wieder nur so vor Kraft und die krudesten Parolen werden in die Welt gesetzt. Mischt man noch ein paar optimistische Sprüche von der Deutschen Bundesbank über das zweite Quartal ein, hat man, wie etwa beim Handelsblatt zu besichtigen, einen perfekten Konjunkturartikel geschrieben, der dem Chefredakteur gefällt, weil er klar belegt, dass Deutschland vor den Wahlen nicht zu befürchten hat, es werde sich etwas ändern.

Bei Lichte besehen bleibt von der Euphorie eigentlich nichts übrig, weil der GFK Index sowieso keinerlei Vorhersagekraft hat und der ifo-Index, wie das Bild klar zeigt, sich weiterhin in einer Zwischenphase befindet, wo man  aus einer kleinen Zacke nach oben, wie sie für Mai zu verzeichnen ist, nichts ablesen kann. Nachdem der einige Monate vorhandene Aufwärtstrend beim ifo-Index, der bis in das Frühjahr reichte, gebrochen ist, kann man auch mit den größten Anstrengungen aus einer Mini-Belebung nicht auf einen Aufwärtstrend schließen. Auf das Urteil der Deutschen Bundesbank kann man sowieso nichts geben, weil da immer der Wunsch als Vater des Gedankens vermutet werden muss.

Graphik1Aber auf seriöse Interpretationsversuche kommt es ja nicht an. Es reicht in der neuen Medienwelt ja, die richtige Botschaft rüberzubringen und die lautet, es geht Deutschland gut, die Regierung macht alles richtig und die Kritiker sollen gefälligst die Klappe halten.

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