Archiv | 28.05.2013

Kein Wirtschafts-Gott in Frankreich, ni à gauche ni à droite

Ich habe vergangene Woche zwei grundverschiedene Veranstaltungen in Paris besucht, um über den Euro zu reden. Die eine war auf der rechten Seite des politischen Spektrums angesiedelt, die andere auf der linken. Das Ergebnis bei beiden ist gleich, es ist Tristesse.

Beim Deutsch-Französischen Wirtschaftstag sprach Louis Gallois, früher Chef von EADS, heute Generalkommissar für staatliche Investitionen, über Wettbewerbsfähigkeit im deutsch-französischen Vergleich. Er sprach wie ein Unternehmer eben spricht. Wenn es einen Wettbewerber gibt, der besser ist als ich, dann muss ich mich von nun an doppelt anstrengen. Ich muss technologisch besser werden, meine Produktivität erhöhen und ich muss – wie mein großes Vorbild – Lohnmoderation von meinen Arbeitnehmern verlangen, weil es sonst nicht geht. Kein Wort vom Inflationsziel in der EWU, kein Wort vom Paradox der Wettbewerbsfähigkeit in gesamtwirtschaftlicher Sicht, kein Wort von den restriktiven Effekten der Lohnmoderation auf die Binnennachfrage. Das alles gab es bei ihm nicht und auch bei keinem der anderen Redner.

Ich war kurze Zeit später an der Reihe und sagte, dass diese einzelwirtschaftliche Sicht gesamtwirtschaftlich falsch ist. Dass nicht alle Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können, dass Deflation in Europa unumgänglich ist, wenn alle anderen Deutschland folgen und dass die Lohnkürzungen schon bisher Arbeitslosigkeit in großem Maße hervorgerufen haben in Ländern, [...]

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