Der SPIEGEL– oder wie unsere Leitmedien das Denken der Menschen fehlleiten wollen

Vor einiger Zeit erhielt ich eine Anfrage von einem Herrn Willeke vom SPIEGEL, der mit mir über verschiedene Themen, darunter auch über den Euro reden wollte. Obwohl es bei dem Herrn offensichtlich kein ernsthaftes inhaltliches Interesse gab, ließ ich mich darauf ein, ihn zu treffen. Was der Herr nicht wissen konnte, mein journalistisches Interesse an diesem Treffen war mindestens so groß wie seines, denn ich wollte herausfinden, was jemand, der kein inhaltliches Interesse hat, von mir will bzw. auf welche Weise er mich in die Pfanne hauen möchte. Man kennt ja seinen SPIEGEL!

Nun ist das Ergebnis meines Experiments erschienen und es ist klar, worauf es hinausläuft. Man macht Stimmung, indem man ganz unterschiedliche Menschen, die sich aus ganz unterschiedlichen Motiven und mit ganz unterschiedlichen Argumenten für ein Nachdenken über den Euro einsetzen, alle in einen Sack steckt, ihnen Stimmungsmache vorwirft und damit Stimmung gegen sie macht. Ich habe bewusst im Gespräch mit dem Herrn durchweg nur sachlich argumentiert, weil ich wissen wollte, wie er daraus „seine“ Geschichte macht. Dass es so primitiv werden könnte, übertrifft allerdings selbst meine Erwartungen.

Ein Ressort, das sich beim Spiegel „Gesellschaft“ nennt, glaubt, es könne durch persönliche Diffamierung Argumente ersetzen oder Argumente aus der Welt schaffen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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