Archiv flassbeck-economics | 05.07.2013 (editiert am 25.05.2016)

Ägypten und Nordafrika – woran die Revolution scheitert

In den Wirren der neuerlichen Demonstrationen in Ägypten und dem vom Militär schließlich erzwungenen Machtwechsel kommen wirtschaftliche Kategorien fast nicht mehr vor. Man beklagt mangelnde Demokratie, den Islamismus und hofft auf das Wunder, dass sich in diesen Ländern eine politische Gruppierung fände, die nicht nur die Demokratie wiederbelebt und stabilisiert, sondern auch die wirtschaftlichen Probleme löst. Es ist in der Diskussion der Ereignisse mittlerweile auch weitgehend verloren gegangen, dass die Revolution in Nordafrika, die von Tunesien ausging, eine Revolution war, die zuallererst die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend ändern wollte.

Ich hatte mich mit meinem Team bei UNCTAD sehr früh darum bemüht, mit den nach-revolutionären Regierungen ins Gespräch zu kommen, und es gab auch sehr gute Ansätze und viel guten Willen von Seiten der Länder, intensive Diskussionen zu führen, um ein neues wirtschaftspolitisches Konzept zu erarbeiten, ein Konzept nämlich, bei dem die Partizipation der Menschen an den wirtschaftlichen Erfolgen im Vordergrund stehen sollte. Wer wissen will, warum das schiefging und die Ergebnisse der Revolution so kläglich sind, muss nicht in diesen Ländern nach den Gründen suchen, sondern in erster Linie bei den internationalen Finanzorganisationen in Washington und den Verantwortlichen für diese Institutionen in den westlichen Hauptstädten, Berlin natürlich eingeschlossen.

Die Politiker in vielen nordafrikanischen Ländern rühmten sich vor den revolutionären Ereignissen der letzten Jahre ob ihrer großen wirtschaftlichen Erfolge. [...]

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