Archiv flassbeck-economics | 29.07.2013 (editiert am 25.05.2016)

Quo vadis, EWU? Teil 4: Kooperation als unentbehrliches Mittel gegen Spekulation auf Zinsdifferenzen

Die Notenbank eines Landes mit eigener Währung kann Inflationsdifferenzen gegenüber den Handelspartnerländern durch eine Kombination aus Wechselkurs- und Zinspolitik abzufedern versuchen. Dabei muss sie einen Wechselkurs zu den Währungen der Handelspartner ansteuern, der ungefähr der Kaufkraftparität entspricht. Denn das sorgt auf Dauer für insgesamt hinreichend ausgeglichene Handelsströme und schützt das Land vor Überschuldung im Ausland wie vor Ansammlung großer ausländischer Vermögensbestände (die, wie viele Währungskrisen gezeigt haben, nicht vor Entwertung geschützt wären). Zugleich soll Spekulationen gegen die eigene Währung am Devisenmarkt vorgebeugt werden, indem die Zinsen so festgesetzt werden, dass zu erwartende Wechselkursänderungen durch Zinsdifferenzen ausgeglichen werden (Zinsparität).

Jede Notenbank sieht sich dabei grundsätzlich vor eine Asymmetrie gestellt. Sie kann ihre eigene Währung praktisch beliebig vermehren und damit gegenüber anderen Währungen so abwerten, wie sie es für richtig hält. Sie kann aber nicht beliebig die Aufwertung bzw. Stützung ihrer Währung durchsetzen, um einen von ihr für tragfähig gehaltenen Wechselkurs durchzusetzen. Denn dafür muss sie ihre eigene Währung am Devisenmarkt aufkaufen unter Einsatz von Fremdwährungen, also von ausländischem Geld, den sogenannten Währungs- oder Devisenreserven. Wenn die Notenbank keine Währungsreserven (mehr) hat, kann sie die eigene Währung am Devisenmarkt nicht (mehr) nachfragen. Das heißt, der Notenbank sind Grenzen gesetzt bei der Stützung des Wechselkurses der eigenen Währung. [...]

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