Arbeitslosigkeit im Juli leicht gesunken, insgesamt keine Änderung

Der Arbeitsmarkt in Deutschland stagniert. Weder bei der Zahl der Arbeitslosen (die saisonbereinigt leicht gesunken ist) noch bei der Zahl der offenen Stellen (die ganz leicht gesunken ist) gibt es eine nennenswerte Bewegung. Man muss allerdings zur Kenntnis nehmen, dass in den ersten fünf Monaten dieses Jahres (weiter reichen die Daten noch nicht) die Zahl der Kurzarbeiter deutlich über dem Vorjahr liegt. „Flaute“, das Wort, das wir am häufigsten in den letzten Monaten bei der Beschreibung der Konjunktur verwendet haben, trifft weiterhin am besten das, was offenbar auch im Juli (das ist der erste Monat des dritten Quartals) vorgeherrscht hat. Dass jetzt in der Presse schon wieder Jubelgesänge über das zweite und gar das dritte Quartal angestimmt werden, muss man unter Wahlkampf verbuchen.

Abbildung

Die Graphik zeigt die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung – beides in der Definition der Bundesagentur für Arbeit (s. Fußnote 2 in der Graphik). Um die relativ kleinen Bewegungen in den letzten Monaten sichtbar zu machen, haben wir unterschiedliche Skalen (links für Unterbeschäftigung) gewählt. Die Unterbeschäftigung ist mit 3,9 Millionen etwa eine Million höher als die Arbeitslosigkeit. Der Anstieg der offenen Arbeitslosigkeit, der seit Beginn des Jahres 2012 zu beobachten ist, hat sich zuletzt wieder etwas abgeflacht, ohne dass man daraus eine Wende ablesen könnte.  Die Zahl der offiziell unterbeschäftigten Personen ist seit eineinhalb Jahren fast vollständig konstant.

Auch hier gilt, was wir in unserer Einschätzung für die Weltkonjunktur gesagt haben: Gibt es keine positiven Impulse, „krebst die Wirtschaft auf der Talsohle herum und muss darauf warten, dass ein Wunder geschieht, nämlich die Wirtschaftspolitik fundamental geändert wird, ein gewaltiger Impuls von außen kommt oder noch größere Finanzblasen die Illusion von steigendem Vermögen schaffen.“

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