Halbherzige Umweltpolitik 1: Das EEG und die Preise

Ökonomen werden nicht müde, uns von der segensreichen Steuerung dezentraler Märkte durch Preise zu berichten, und ich bin geneigt, manches davon zu glauben. Auf kleineren und größeren Märkten werden durch Preise Knappheiten mehr oder weniger korrekt angezeigt. Im Wettbewerb vieler Unternehmen um viele Kunden kann dies dazu führen, dass wir täglich benötigte Dinge kaufen können, ohne dabei ständig „zu viel“ zu bezahlen oder vor spärlich bestückten Regalen Schlange stehen zu müssen.

Die Politik nimmt sich die Anhänger einer Marktsteuerung gerne als Ratgeber. Das kann zu der falschen Empfehlung führen, man müsse nur die Löhne am Arbeitsmarkt genug senken, um Vollbeschäftigung zu erreichen. Oder dieselben Ratgeber empfehlen, steigende Zinsen in südeuropäischen Ländern als Signal zu interpretieren, diese Länder und vor allem ihre öffentlichen Haushalte sollten endlich weniger auf Pump leben, auch wenn Europa aufgrund dieser Interpretation ökonomisch und politisch gegen die Wand fährt.

Sind die deutschen Politiker auch bereit, auf Empfehlungen der Steuerung unserer Ökonomie durch Preise zu hören, wenn es um das Thema Umwelt geht? Bekanntlich hat die Umwelt vielfach keinen Marktpreis, weil sie meist ein öffentliches Gut ist, also etwas, das allen zusteht, von allen genutzt wird und von dem niemand direkt ausgeschlossen werden kann. [...]

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