Ungarn wirft den IWF aus dem Land – was aber sind die Konsequenzen?

Es ist eine seltsame Mischung aus Bewunderung und Verwunderung, mit der vor allem die Linke in Europa registriert, dass eine rechte Regierung tut, was sich eine linke kaum erlauben würde, nämlich den IWF aus dem Land zu komplimentieren. Auch die Kommentare sind meist knapp neben der Sache, wenn man die jüngere Wirtschaftsgeschichte Ungarns in Gänze betrachtet.

Ungarn war im Zuge der Finanzkrise von 2008 ebenfalls in eine schwere Krise geraten, aber nicht in erster Linie, wie häufig behauptet wird, weil die Vorgängerregierung der jetzigen Regierung das Land nahe an den Staatsbankrott geführt hätte. Das ist die übliche, viel zu einfache, rein fiskalische Sichtweise. Zu sagen, 2008 sei Ungarn als erstes EU-Mitglied an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geführt worden und eine Staatspleite sei nur mit Hilfe des IWF abgewendet worden, ist falsch.

Ungarn ist als eines der ersten Länder in die Krise geraten und von der Krise durchgeschüttelt worden, weil, wie in Island, die ungarische Währung vor 2008 eines der wichtigsten Spekulationsobjekte im carry trade war, also der Spekulation mit Zinsdifferenzen und Währungen. Hinzu kam, dass in Ungarn – genau andersherum als beim carry trade – die ungarischen Bürger in großen Mengen Hypotheken in Schweizer Franken aufgenommen haben, [...]

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