Wirtschaftsberichterstattung aus dem Mustopf

Was sich der sogenannte Qualitätsjournalismus in wirtschaftlichen Fragen an gequirltem Blödsinn leistet, haben wir schon oft dokumentiert. Dass aber ein „Wirtschaftsblatt“ wie das Handelsblatt einen Bericht der Deutschen Bundesbank über die Entwicklung des Geldvermögens im Jahr 2012 derart verunstaltet, ist schon stark.

„Die Deutschen werden immer reicher“ ist das Stück überschrieben und die Unterzeile lautet: „Auch wenn Europas Wirtschaft schwächelt: Das Geldvermögen der Deutschen klettert ungebremst auf immer neue Rekordhöhen. Gleichzeitig schrumpft überall der Schuldenstand, obwohl die Zinsen extrem niedrig sind.“

„In der Regel wächst das Geldvermögen der Deutschen stetig.“, stellt das Blatt fest. „Vor 20 Jahren hatte es noch einen Wert von 2 002,3 Milliarden Euro, Anfang 2003 waren es 3 595,4 Milliarden Euro. Nur in einigen Krisen gab es Dellen wie zuletzt im dritten Quartal 2011. Damals nagten die Turbulenzen an den Börsen am Wohlstand der Aktionäre. Die Finanzkrise 2008/2009 ließ das Vermögen sogar über einen längeren Zeitraum schrumpfen. Diese Verluste wurden aber längst wieder aufgeholt.“

Ja warum nur, hätte man fragen müssen, haben die Deutschen nichts anderes zu tun, als ihr Geldvermögen zu mehren? Wie kann das Geldvermögen einer so großen Gruppe der Gesellschaft, wie das die privaten Haushalte Deutschlands nun mal sind, [...]

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