Archiv flassbeck-economics | 06.09.2013 (editiert am 25.05.2016)

Die Weltwirtschaft bekommt einen neuen obersten Zentralbanker

Bei der amerikanischen Zentralbank steht nächstes Jahr ein Führungswechsel an. Ben Bernanke, der im Februar 2006 die Nachfolge von Alan Greenspan als Chairman der Federal Reserve (Fed) antrat, strebt anscheinend keine weitere Verlängerung seiner im Januar 2014 auslaufenden zweiten Amtszeit an. Bernanke führte die Fed durch die schweren Herausforderungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/9. 2010 hatte US Präsident Barack Obama den zuerst von George W. Bush berufenen Republikaner Bernanke, wohl mit dessen Leistung zufrieden, aber auch um Kontinuität zu wahren in einem weiterhin fragilen wirtschaftlichen Umfeld, als Chairman bestätigt. Jetzt muss sich Präsident Obama für einen neuen Anführer der Fed entscheiden. Seine Wahl ist sowohl für Amerika als auch für die Weltwirtschaft, insbesondere für internationale Kapitalströme, Wechselkurse und die Stabilität des globalen Finanzsystems, von großer Tragweite.

Die Fed hat ein sogenanntes „dual mandate“: Sie soll maximale Beschäftigung sowie Preisstabilität sichern. Eigentlich hat sie sogar ein „triple mandate“, denn auch niedrige langfristige Zinsen sind als Ziel im Gesetz erwähnt. Anders als etwa die Europäische Zentralbank oder früher die Deutsche Bundesbank kann sich die Fed also nicht hinter einem primären Preisstabilitätsziel verstecken, wenn die Arbeitslosigkeit rasant ansteigt. Bei niedriger Inflation ist die Fed vielmehr gezwungen, kräftig auf die Tube zu drücken, [...]

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