Ein Nachtrag zur Einseitigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien

Im Nachgang zu meinem Artikel von heute morgen möchte ich noch auf einen Vorgang hinweisen, der in der Öffentlichkeit untergegangen zu sein scheint. Ich hatte erwartet, dass dieser klare Beweis für die Einseitigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wenigstens Erwähnung findet.

In der Berliner Runde am Sonntag Abend, die von den beiden Chefredakteuren von ARD und ZDF moderiert wurde, kam es gleich zu Anfang zu einem Lapsus Linguae, der zeigt, mit wes Geistes Kindern wir es hier zu tun haben. Thomas Baumann richtete sich in seiner ersten Intervention nach Minute eins an die Bundeskanzlerin an und sprach von einem „großartigen großen Erfolg der CDU“. Die kleine Pause, die er dabei zwischen den Worten großartig und großen macht, zeigt, dass er mitten im Satz gemerkt hat, dass er als Journalist eigentlich nicht von einem „großartigen“ Erfolg sprechen darf und schiebt schnell ein „großen“ hinterher.

Großartig beinhaltet unzweifelhaft eine persönliche Wertung des Ergebnisses, derer sich ein Journalist enthalten sollte. Hanns Joachim Friedrichs hatte dereinst bemerkt „einen guten Journalist erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache“. Hier macht sich jemand in einer der wichtigsten Sendungen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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