Liebe Grüne, die Quadratur des Kreises wird auch euch nicht gelingen

Am Morgen nach der Wahl warnte Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, in einem Interview des Deutschlandfunks auf die Frage hin, was die Grünen falsch gemacht hätten, vor Flügelkämpfen und erklärte: „… unsere Mitglieder … wollen von der Führung wissen, wie stellt man sich so auf, dass ja richtige Dinge auch mehrheitsfähig werden.“ Und was nannte er als allererstes dieser ‚richtigen Dinge‘? „Dass wir runter müssen von den Schulden, scheint klar, dass wir auf jeden Fall in die Infrastruktur investieren müssen.“

Weniger Schulden und mehr öffentliche Investitionen. Logisch, dass das nur mit mehr Steuergeldern geht. Es war ja beachtlich, dass die Grünen ihren potenziellen Wählern in diesem Punkt vor der Wahl reinen Wein eingeschenkt haben. (Man fühlt sich unwillkürlich an den Denkzettel von 1998 erinnert, den die Grünen von den Wählern für ihre 5-DM-pro-Liter-Sprit-Kampagne erhielten. Diese Erfahrung hat sie gelehrt, dass Energie „bezahlbar“ bleiben muss. An den ökonomischen Mechanismus, dass nur mit dem Gut sparsam und effizient umgegangen wird, das relativ teuer ist, möchten sie nicht erinnert werden.) Nur dass sich die Grünen mit ihrem Steuererhöhungsthema, jedenfalls so, wie sie es präsentiert haben, ins eigene Bein geschossen haben, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden