The savings conundrum oder das Rätsel von Sparen und Investieren – eine Erläuterung in Deutsch zu einem Auszug aus der Studie: “The systemic crisis of the Euro – true causes and effective therapies” von Heiner Flassbeck and Costas Lapavitsas

In der Auseinandersetzung mit Thomas Mayer habe ich schon vor einiger Zeit ein wenig zum Verhältnis von Sparen und Investieren in einer Marktwirtschaft gesagt. Eine große Verwirrung gibt es aber auch unter Keynesianern hinsichtlich der Frage, ob in der Europäischen Währungsunion die Kapitalströme die Ungleichgewichte in den Leistungs- und Handelsbilanzen verursacht haben oder ob, wie wir es hier für richtig halten, umgekehrt die Unterschiede in den Lohnstückkosten und Preisen die Kapitalströme nach sich gezogen haben. Während für die meisten, die sich Keynesianer nennen, klar ist, dass die inländischen Ersparnisse nicht die Investitionen bestimmen, fallen sie im außenwirtschaftlichen Verhältnis doch leicht auf die neoklassische Sichtweise zurück.

Was offenbar nicht leicht zu verstehen ist, ist die fast vollständige Analogie der internationalen zur binnenwirtschaftlichen Sichtweise. Das hat vielleicht damit zu tun, dass wir bei der außenwirtschaftlichen Sicht auf eine Art auf den Leistungsbilanzsaldo schauen, wie wir das binnenwirtschaftlich mit den Salden der einzelnen Sektoren, also zum Beispiel mit dem Sparen der privaten Haushalte, selten tun. Zudem tendieren wir oft dazu, Länder wie Personen zu behandeln und ihnen dementsprechend „eigenständige Motivationen“ wie einer Person zuzuschreiben. Länder handeln aber nicht. Menschen und Unternehmen in den Ländern handeln. Aus all diesen Gründen wird häufig der Nettosaldo der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis, [...]

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