US Leistungsbilanzdefizite ohne Ende – Eine Belastung für die Weltwirtschaft?

Seit den achtziger Jahren ist die amerikanische Leistungsbilanz fast ununterbrochen stark defizitär (vgl. Abbildung 1). Sie war zuletzt im Rezessionsjahr 1991 – und auch nur für das eine Jahr – ausgeglichen, wobei Transferzahlungen an Amerika im Zusammenhang mit dem ersten Irakkrieg zum kurzfristigen Ausgleich beitrugen. Ab 1992 stieg das amerikanische Defizit dann allerdings wieder stetig an und erreichte 2006 mit 800 Milliarden US Dollar (fast 6 Prozent des US Bruttoinlandsprodukts auf Basis der vor kurzem revidierten neuen Berechnungsmethodik) seinen bisherigen Höhepunkt. Amerikas Dauerdefizit sowie Chinas damals rasant steigende Leistungsbilanzüberschüsse standen im Mittelpunkt von Diskussionen über von vielen Beobachtern als prekär erachteten „globalen (Leistungsbilanz-) Ungleichgewichten“. Befürchtungen eines drohenden Dollarzusammenbruchs machten die Runde, weil Amerika zu sehr über seine Verhältnisse lebe und zu hohe Auslandsschulden ansammle.

Abbildung 1

Abb 1 LeiBi USA EWU D Jene globalen Ungleichgewichte gelten auch heute im Urteil vieler Kommentatoren als eine wichtige Ursache für die globale Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/9, die allerdings alles andere als eine Dollarkrise war. Die G-20 Mitgliedsstaaten einigten sich als Teil ihrer im September 2009 in Pittsburgh vereinbarten „Rahmenordnung für starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum“ darauf, ein Wiederaufblähen globaler Leistungsbilanzdefizite in Zukunft verhindern zu wollen. Dazu kam auf US Seite 2010 noch die Vorgabe von Präsident Obama, [...]

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