Archiv | 16.10.2013

Der sogenannte Nobelpreis für Wirtschaft

Günther Grunert hat schon viele wichtige Dinge zur Verleihung des Nobelpreises gesagt und auf das an Wirklichkeitsverweigerung grenzende Interview verwiesen, das Eugene Fama 2010 gegeben hat.

Ich möchte aber noch kurz zur Sache sagen, dass die Theorie effizienter Finanzmärkte, die von der zentralen Aussage lebt, diese Märkte verarbeiteten alle vorhandenen Informationen, weitgehend sinnlos ist. Was sind alle vorhandenen Informationen und wie werden sie verarbeitet? Das ist die relevante Frage! Die Theorie lebt natürlich auch von der Annahme, die Finanzmärkte seien aufgebaut wie alle anderen Märkte, was heißt, erstens, die Marktteilnehmer sind unabhängig voneinander und bringen ihre individuellen Informationen in das Marktgeschehen ein. Zweitens ist unterstellt, dass auch die Verarbeitung von vorhandenen Informationen unterschiedlich sein kann und sein wird.

Das ist aber beides falsch. Weder gibt es wichtige individuelle Informationen, die der einzelne Teilnehmer einbringt, noch werden die vorhandenen Informationen auf vollkommen unterschiedliche Weise interpretiert. Vielmehr erhalten alle Marktteilnehmer die gleichen volkswirtschaftlichen Informationen (ein Konjunkturindex steigt oder sinkt, die Zentralbank restringiert oder nicht) und interpretieren sie auch in der Regel in der gleichen Weise (expansive Geldpolitik führt zu steigenden Preisen der riskanten Vermögenstitel und umgekehrt).

Zu welch absurden Ergebnissen das sich daraus ergebende Herdenverhalten führt, [...]

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