Archiv | 23.10.2013

Eine dringende Frage an neoklassisch ausgebildete Ökonomen

Im Deutschlandfunk ging es am 22.10.2013 um den Mindestlohn. Wie viele Menschen könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn flächendeckend ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde eingeführt wird, wollte der DLF-Redakteur von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wissen.

Marcel Fratzscher antwortete, dass nach Berechnungen seines Instituts 5,6 Millionen Menschen in Deutschland einen Lohn von weniger als 8,50 Euro je Stunde erhalten. Und er sehe da „durchaus die Gefahr, (…) dass nicht alle 5,6 Millionen Menschen wirklich einen Wert von 8,50 für ihr Unternehmen erwirtschaften. Und dann ist in der Tat die Gefahr groß, dass Unternehmen sagen, nein, wir können die Menschen nicht weiter beschäftigen, und die Arbeitslosigkeit steigt“.

Das ist eine so hochplausible Argumentation, dafür muss man nicht einmal Ökonomie studiert haben, um es zu verstehen: Wenn ich jemandem mehr zahle, als er „erwirtschaftet“, dann kann das nicht lange gut gehen, weil es ein Verlustgeschäft ist. Sollte man zumindest meinen. Die neoklassische Ökonomik kann ungefähr dieselbe Aussage auch mit mathematischen Formeln beweisen, und das nennt sich dann Grenzproduktivitätstheorie. Da diese Formeln in fast jedem VWL-Lehrbuch stehen, müssen sie doch stimmen, oder?

Mir fallen allerdings ein paar Berufe ein, [...]

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