Inflation schadet der Kaufkraft – klar. Oder doch nicht?

Ein Leser erkundigt sich nach dem Zusammenhang von Kaufkraft und Inflation bzw. Deflation. Er fragt sich, wie eine sich verschlechternde Kaufkraft, also ein Rückgang der realen Masseneinkommen, mit der von uns regelmäßig geäußerten Warnung vor Deflation einhergehen könne. Denn sei es nicht so, dass Inflation an der Kaufkraft von Arbeitnehmern und Rentner zehre, während bei Deflation, d.h. bei fallenden Preisen, quasi mehr in den Taschen der Konsumenten stecke?

Hier unsere Antwort auf diese sicher auch für andere Leser interessante Frage: Stellen Sie sich einmal vor, es herrsche Preisstillstand, also weder Inflation noch Deflation. Dann hängt die Entwicklung der Kaufkraft der Bürger von der Entwicklung ihrer nominalen Einkommen ab. Die nominale Entwicklung ist wegen des unterstellten Preisstillstandes identisch mit der Entwicklung ihrer realen Einkommen. Steigen die Arbeitseinkommen z.B. dank Produktivitätszuwachs, der in den Stundenlöhnen weitergegeben wird, dann nimmt die Kaufkraft der Arbeitnehmer in gleichem Umfang zu.

Herrscht allerdings Inflation, schmälert das die Kaufkraft, weil von den nominalen Einkommen weniger real übrig bleibt – genau wie es der Leser beschreibt. Ob die Kaufkraft insgesamt (trotzdem noch) steigt, hängt von dem Zuwachs der nominalen Einkommen im Vergleich zur Inflationsrate ab. Im schlimmsten Fall kann die Kaufkraft trotz nominalen Zuwachses der Einkommen sinken, [...]

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