Kerstin Andreae will Schulden tilgen. Ist sie deswegen eine Realo und eine Wirtschaftsexpertin?

Anhand der jüngsten Personaldiskussion bei den Grünen kann man schön erkennen, wie Begriffe unser Denken prägen bzw. prägen sollen. Die Kandidatin für den Fraktionsvorsitz, Kerstin Andreae, wird regelmäßig in den Medien als wirtschaftskompetent, als wirtschaftsnah oder als Realo gekennzeichnet. Das geht meist so kreuz und quer durcheinander, dass der Eindruck entsteht, das sei alles im Prinzip das Gleiche.

Besonders interessant ist, dass schon der alte Begriff „Realo“ suggeriert, dass man es hier mit einer Person zu tun hat, die einen realistischen Blick auf die Dinge hat. Wenn dann aber noch „wirtschaftskompetent“ oder etwas ähnliches hinzukommt, dann weiß man schon ganz genau, dass die Kompetenz darin liegt, ein Verständnis von Wirtschaft zu haben, das dem Selbstverständnis der Wirtschaft ziemlich nahekommt. Auf den Gedanken, dass das in den meisten Fragen der Wirtschaftspolitik für eine ganze Volkswirtschaft genau das Gegenteil von Kompetenz sein kann, kommt dann natürlich niemand mehr, weil von vorneherein die schwäbische Hausfrau das Denken regiert.

Frau Andreae verweist auf ihrer eigenen Homepage auf eine aktuelle Rede im Bundestag, in der sie unter anderem in Richtung Bundesfinanzminister feststellte:

„Nun kommt Kanzlerin Merkel und sagt: Wohlstand auf Pump geht nicht mehr. Das muss allen klar sein. [...]

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