Archiv | 02.10.2013

Leben, um zu arbeiten?

Verschiedene Anfragen bzw. Kommentare von Lesern und Rückmeldungen aus Diskussionsveranstaltungen zeigen, dass die einerseits wortspielerische, andererseits zentrale Frage „Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?“ für viele keineswegs so klar entschieden ist, wie man auf den ersten Blick meinen sollte.

Letzte Woche wurde ich auf einer Veranstaltung zu meinen lohnpolitischen Vorstellungen befragt. Ich hatte die goldene Lohnregel kurz erklärt, die darauf hinausläuft, dass der durchschnittliche nominale Stundenlohn um zwei Prozent (bzw. um die vereinbarte Zielinflationsrate der Zentralbank) mehr zulegen soll als die Stundenproduktivität. Was so viel bedeutet wie, dass der reale Stundenlohn im Schnitt so steigen soll wie die Stundenproduktivität. Alles was darunter bleibt, hatte ich erklärt, könne man als Lohndumping bezeichnen. Daraufhin fragt ein Zuhörer: „Wenn ein Ingenieur einfach konzentrierter und fleißiger arbeitet und dadurch pro Stunde mehr zustande bringt, das aber für das gleiche Geld tut, ist das dann auch Lohndumping?“ Antwort: „Ja, denn eigentlich müsste er besser bezahlt werden“. Entgegnung: „Aber so ist Wettbewerb nun mal: Jeder versucht, besser zu werden und damit den anderen zu unterbieten. Das ist Marktwirtschaft. Wenn man das nicht will, müsste man die Marktwirtschaft abschaffen.“

Diese Vorstellung ist interessant. Zunächst einmal kann man den Ingenieur in Gedanken durch einen autark lebenden Bergbauern ersetzen, [...]

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