Archiv | 16.10.2013

Zum Wirtschaftsnobelpreis für Eugene Fama

Günther Grunert schreibt folgendes zur jüngsten Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises:

„Eigentlich lohnt es sich nicht, über die alljährliche Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften viele Worte zu verlieren, sind doch in der Vergangenheit immer wieder Ökonomen geehrt worden, deren wissenschaftlichen Beiträge von mehr als zweifelhafter Qualität waren. Mit der gestrigen Ehrung ausgerechnet von Eugene Fama von der Universität Chicago (neben L. P. Hansen und R. J. Shiller) hat sich die schwedische Reichsbank noch einmal selbst übertroffen. Dass nur wenige Jahre nach Beginn der globalen Finanzkrise ausgerechnet ein Wirtschaftswissenschaftler geehrt wird, nach dessen „Hypothese effizienter Märkte“ (efficient market hypothesis) Märkte immer alle Informationen widerspiegeln, demnach nie über- oder unterbewertet, sondern stets richtig bewertet sind, nach der es also auch keine Blasen geben kann (somit also auch die US-amerikanischen Immobilienpreise nicht überbewertet waren), ist unfassbar.

Sehr aufschlussreich ist ein Interview, das John Cassidy vom „The New Yorker“ vor drei Jahren mit Eugene Fama geführt hat (http://www.newyorker.com/online/blogs/johncassidy/2010/01/interview-with-eugene-fama.html). Fama erzählt hier allen Ernstes, dass die Finanzkrise nicht durch einen Zusammenbruch in den Finanzmärkten verursacht wurde und leugnet die Existenz von Vermögenspreisblasen. Konfrontiert mit der Glaubwürdigkeit der „Theorie effizienter Märkte“ angesichts der globalen Finanzkrise behauptet er, dass die Krise das Ergebnis schlechter Regierungspolitik gewesen sei und nicht etwa ein Marktversagen. [...]

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