Archiv flassbeck-economics | 18.11.2013 (editiert am 25.05.2016)

Frankreich ist der große Verlierer in der Eurozone – Doch die meisten Ratschläge für seine Gesundung sind extrem gefährlich

Die OECD warnt Frankreich vor dem weiteren Verlust von Wettbewerbsfähigkeit (Der gesamte Report der OECD, nur in französisch verfügbar allerdings, findet sich hier). Anders als andere Eurozonenländer hätte Frankreich die Gelegenheit seit 2008 nicht genutzt, um seine schwache Wettbewerbsposition zu verbessern. Frankreich brauche eine konsistente Reformstrategie, um seine Produktivität zu erhöhen und seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Zunächst, das haben wir hier schon oft gesagt, hat Frankreich keinen Produktivitätsrückstand. Weder vom Niveau her noch von der Entwicklung in der Zeit lässt sich nachweisen, dass die französische Wirtschaft deutlich weniger produktiv wäre als die des größten Konkurrenten, nämlich die Deutschlands (vgl. Abbildung 1). Auch die OECD zeigt das so in ihren Graphiken.

Abbildung 1

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Und genau hier beginnt die Fehlinformation einer Organisation wie der OECD. Man bedient sich eines Vorurteils, um die eigenen Vorurteile zu retten. Denn wenn die OECD zugegeben hätte, dass Frankreich nur deswegen ein Problem hat, weil die Löhne in Deutschland nicht so gestiegen sind, wie es mit dem in der EWU gemeinsam vereinbarten Inflationsziel kompatibel gewesen wäre, müsste sie ja auch sagen, dass ihre Jahrzehnte alten Mahnungen nach mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt verfehlt waren. [...]

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