Gewerkschaftsvertreter: "Wettbewerbsfähigkeit beruht nicht auf Lohndumping"

Auf der Veranstaltung „Nach der Bundestagswahl 2013: Was muss Deutschland in Europa jetzt anders machen?“ hat der neu in den DGB-Bundesvorstand gewählte Reiner Hoffmann, Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie Nordrhein, wie uns ein Leser berichtet, die Behauptung aufgestellt, Deutschland habe nicht durch Lohnzurückhaltung Marktanteile gegenüber der ausländischen Konkurrenz gewonnen. Im Exportsektor seien die Lohnabschlüsse der goldenen Lohnregel (Steigerung um den Produktivitätszuwachs plus Inflationsausgleich) gefolgt. Zwar habe in anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland Lohnzurückhaltung geherrscht, was die Binnennachfrage geschwächt habe. Doch seien die Lohnstückkosten im Exportbereich sozusagen auf Linie. Somit könne nicht davon die Rede sein, Deutschland habe seine internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnzurückhaltung verbessert. Der Leser fragt nun, ob der Gewerkschaftsvertreter mit dieser Argumentation recht habe (und das flassbeck-economics-Team entsprechend nicht) und man zwischen dem Exportsektor und dem Rest der Wirtschaft eines Landes stärker unterscheiden müsse. Hier meine Antwort:

Die Unterscheidung nach Branchen, die im internationalen Wettbewerb stehen, und solchen, die vor allem auf die inländische Nachfrage angewiesen sind, ist bei der Diskussion um deutsches Lohndumping nicht neu. Sie wird immer wieder gebracht, und zwar interessanterweise nicht nur von Seiten der Arbeitgeber, sondern wie im vorliegenden Fall auch von Gewerkschaftern. Das ist erstaunlich, schwächt diese Argumentation doch die Position derjenigen Arbeitnehmer, [...]

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