„Gute Binnenkonjunktur und Hochstimmung“ – die deutsche Presse macht weiter Stimmung statt sachlich zu informieren

Wir müssen nicht mehr fragen, ob deutsche Journalisten bei Meldungen über die deutsche Konjunktur noch ernst zu nehmen sind. Es wird aber immer noch schlimmer. Offenbar wegen der internationalen Kritik an Deutschland („tut zu wenig für seine Binnenkonjunktur“) wird derzeit jede Meldung zur Konjunktur für eine Generalabrechnung mit diesen Ausländern genutzt, um zu zeigen, dass die nicht wissen, wovon sie reden. In einer Meldung über die Detailergebnisse des Statistischen Bundesamtes zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im dritten Quartal verkündet das Handelsblatt, die gute Binnenkonjunktur rette das deutsche Wachstum. Um das zu widerlegen, braucht man nicht mehr als einen Screenshot aus den neuesten saisonbereinigten Zahlen der deutschen Bundesbank. Wer da noch von einer guten Binnenkonjunktur spricht, will offenbar täuschen. Worauf wir schon vor einigen Tagen hingewiesen haben, gilt weiterhin:

2013_11_22 Bbk. Konsumindikatoren

Noch toller treibt es Spiegel Online. „In der deutschen Wirtschaft herrscht Hochstimmung“ verkündet das Portal mit Verweis auf die neueste Umfrage des ifo-Instituts, die einen Anstieg des ifo-Index ausweist. Auch hier muss man, wie das Bild zeigt, die Hochstimmung mit der Lupe suchen. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist jetzt wieder etwa auf dem Stand vom August und weit unter den letzten Hochs. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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