Würden wir den anderen nicht die Luft zum Atmen nehmen, wären sie schon lange erstickt

Nichts zeigt besser, wie dogmatisch fest geschlossen die Reihen in unseren Leitmedien sind, als der Aufschrei, der durch die deutschsprachige Presselandschaft ging, nachdem der amerikanische Finanzminister die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse kritisiert hat. Wir haben uns schon damit auseinandergesetzt, wollen aber noch einmal die vorgebrachten Argumente aufgreifen, weil das Thema zentral ist.

Da gibt es diejenigen, die, wie die schweizerische Neue Zürcher Zeitung (NZZ), mit Gewalt versuchen, den Leser zu verwirren. Die NZZ schreibt: „Daran (an der Kritik der USA, Anm.d.Vef.) stimmt, dass die deutsche Wirtschaft hohe Überschüsse im Aussenhandel erzielt. Mit Blick auf die Leistungsbilanz betrugen sie jüngst gut 7 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Aber bei einem gesonderten Blick auf die Euro-Zone zeigt sich ein ganz anderes Bild: Die Bilanz war im ersten Halbjahr 2013 ausgeglichen. Die deutsche Exportorientierung kann also kaum mehr zu angeblichen Verwerfungen in der Währungsunion beigetragen haben. Vielmehr geht der deutsche Aussenhandelsüberschuss zum grössten Teil auf den Austausch mit den Schwellenländern zurück.“

Jeder normale Leser dieser Zeilen muss das so verstehen, dass Deutschland im ersten Halbjahr 2013 keinen Überschuss mit der restlichen Währungsunion mehr erzielt hat. Das aber ist falsch. Tatsächlich beträgt der Überschuss laut Deutscher Bundesbank immer noch knapp 26 Mrd. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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