Die monetäre Konjunkturtheorie von Keynes

2013_12_13_Waldner_05_Bild_01In einer arbeitsteiligen Wirtschaft wäre die unverkäufliche Produktion für den jeweiligen Produzenten wertlos, daher sinkt die Produktion mit der Nachfrage. Wir könnten das Produktionspotenzial voll auslasten und uns gegenseitig unsere Produkte abkaufen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wäre dies optimal, denn mit unseren Ausgaben steigen unsere Einnahmen. Warum kaufen wir uns die Güter nicht ab und sparen uns stattdessen in Krisen?

Es existiert ein Widerspruch zwischen dem, was gesamtwirtschaftlich sinnvoll, und dem, was für die Einzelnen vorteilhaft ist. Eine Ökonomie kann kein Geld sparen, jede Einschränkung der Ausgaben führt zum Verlust von Einnahmen. In extremen Fällen bewirkt das Sparen eine Krise mit dem Verlust des nicht mehr ausgelasteten Kapitals. Wir werden also durch unser Sparen von Geld gesamtwirtschaftlich meistens ärmer. Nur wenn die Ökonomie einmal wirklich voll ausgelastet ist, könnte das Sparen am Konsum die Erhöhung der Zinsen durch die Zentralbank verhindern, mit der diese den Boom zu bremsen versucht. Die niedrigeren Zinsen könnten dann Investitionen ermöglichen, die sonst im Boom unterblieben wären. Aber wenn die Ökonomie nicht ausgelastet ist, braucht und darf für Investitionen nicht am Konsum gespart werden.

So wenig sinnvoll das Sparen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht meistens ist, aus einzelwirtschaftlicher Sicht ist es genau umgekehrt. [...]

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