Die Reallöhne sinken im deutschen "Aufschwung"

Die Meldung, die heute Morgen vom Statistischen Bundesamt gekommen ist, beweist schlagend, dass alles Gerede vom deutschen Aufschwung, von der Belebung der Binnennachfrage, von „uns geht’s doch gut“, von einer Wende in der Lohnentwicklung, von erfolgreichen Gewerkschaften und von einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik dummes Zeug ist. Der große deutsche Aufschwung, der doch seit 2010 unablässig gefeiert wird, kulminiert sozusagen in einer Verringerung der Reallöhne.

Reallohnwachstum

Selbst das Statistische Bundesamt stellt lapidar fest: „Für das Jahr 2013 zeichnet sich nach den Ergebnissen der ersten drei Quartale 2013 ein geringer Reallohnverlust ab. Die Nominallöhne sind in diesem Zeitraum im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2012 um 1,4 % gestiegen, die Verbraucherpreise um 1,6 %.“ Die Nominallöhne sind um 1,4 Prozent gestiegen? Man fragt sich, was die Gewerkschaften verhandelt haben, die doch dauernd Erfolge melden mit einer drei vor dem Komma. Man sieht daran, dass das ganze System verrottet ist und die sogenannte soziale Marktwirtschaft in Deutschland nur noch daraus besteht, den Unternehmer zu finden, der am geschicktesten darin ist, die Löhne seiner Mitarbeiter zu drücken.

Und das wird sich fortsetzen. Warum sollte das im kommenden Jahr anders sein? Da die Koalition nichts beschlossen hat, was dem Zerfall des Lohnfindungssystems  entgegenwirkt und die Konjunktur weiter schwach ist, wird die Arbeitslosigkeit weiter steigen und der Druck auf die Löhne wird noch größer werden. Wer wollte da dagegenhalten, wo Deutschland doch ganz offiziell predigt, die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sei das zentrale Ziel der Wirtschaftspolitik?

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