Entweder goldene Lohnregel oder Tankwart und Tütenpacker

Ein Leser fragt in Hinblick auf meinen Beitrag „Der Mindestlohn – Lackmustest für die Gewerkschaften“, woran sich Gewerkschaften bei ihren Lohnabschlüssen orientieren sollen, wenn die Produktivität ihrer Branche über- bzw. unterhalb der durchschnittlichen Produktivitätsentwicklung der Gesamtwirtschaft liegt. Hier die Antwort, die in der Beitragsserie zur Lohnpolitik von März/April 2013, insbesondere in Teil 5 „Welches Motto gewinnt: “divide et impera” oder “Gemeinsam sind wir stark”?“ detailliert nachzulesen ist:

Der durchschnittliche Produktivitätszuwachs der Gesamtwirtschaft setzt sich zusammen aus ganz unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Branchen. Tendenziell sind die Zuwächse in der Industrie höher als im Dienstleistungsbereich. Die goldene Lohnregel (Rate des nominalen Stundenlohnwachstums = Rate des Stundenproduktivitätszuwachses + Zielinflationsrate) muss in jeder einzelnen Branche unabhängig von der Entwicklung ihrer jeweiligen Branchenproduktivität angewendet werden, wenn auf Dauer ein makroökonomisch sinnvolles Ergebnis erzielt werden soll.

Das bedeutet automatisch, dass Produkte aus Branchen mit (technisch bedingt)  unterdurchschnittlicher Produktivitätsentwicklung relativ teurer werden im Vergleich zu Produkten aus Branchen mit überdurchschnittlicher Produktivitätsentwicklung. Diese Relativpreisverschiebung (bei insgesamt nicht-deflationärer, aber mit 2% moderater Preisentwicklung) ist hinzunehmen. Sie ist gerechtfertigt, weil ohne eine solche Lohnpolitik auf Dauer keine oder nur vergleichsweise schlechter ausgebildete und schlechter arbeitende Arbeitskräfte für diejenigen Branchen zu gewinnen sind, [...]

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