Etwas Saldenmechanik

2013_12_16_Waldner_06_Abb_01Die Saldenmechanik wurde von Wolfgang Stützel entwickelt und eigentlich durch die Allgemeine Theorie von Keynes angeregt. Jeder Kauf ist ein Verkauf und wie das Sparen eine zweiseitige Angelegenheit. Wir haben es bei Kauf und Verkauf mit Identitäten zu tun, ebenso bei Investition und Ersparnis oder der Verschuldung und der Ersparnis von Geld.

Orthodoxe Ökonomen lehrten  (und etwa Gregory Mankiw lehrt das mit seinen Markets of Loanable Funds noch immer) eine Ersparnis, die durch das Sparen der Haushalte an ihrem Konsum entsteht; am Kapitalmarkt würde die Ersparnis von Unternehmen für Investitionen nachgefragt und diese zwei Seiten einer Münze sollten erst durch den Gleichgewichtszins zusammen kommen. Keynes hatte dagegen erkannt, dass die Ersparnis immer mit der Investition identisch ist und mit der Investition erst entsteht.

Die Logik von Identitäten und Salden ist bedingungslos richtig, es handelt sich bei der Saldenmechanik nicht um ein Modell, sondern um Grundrechenarten und triviale Zusammenhänge. Diese widersprechen aber häufig, wie etwa das Paradoxon des Sparens, dem einzelwirtschaftlichen Denken, das nicht auf gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge angewandt werden darf.

Zu der paradoxen Makroökonomie kommt die Rationalitätenfalle hinzu, die Interessen des Einzelnen widersprechen meist denen der Gesamtgesellschaft, [...]

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