Riester-Rente am Ende – wer hatte etwas anderes erwartet?

Es ist schon bemerkenswert, dass im Entwurf der  Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD zur privaten Altersvorsorge praktisch nichts mehr steht. Deshalb sind, wie Spiegel-Online berichtet, einige Experten „sehr irritiert“ von den Beschlüssen. Die Politik setze voll auf die gesetzliche Rente. Den Menschen werde signalisiert, dass sie nicht mehr privat vorsorgen müssen.

Das ist in der Tat irritierend. Haben die Parteien etwa verstanden, welchen Schilda-Streich sie damals mit der sogenannten privaten Vorsorge angerichtet haben? Ich glaube es nicht. Es ist wohl nur so, dass die geringe Resonanz bei den Bürgern und die vielfach geäußerte Kritik an den Verwaltungskosten der privaten Anbieter der Riester-Rente die Parteien von weiteren Schritten in diese Richtung abschrecken.

Die Tatsache, dass ernsthaft vorgeschlagen wird, der Staat solle selbst einen Pensionsfonds gründen, statt das Geschäft den Versicherern zu überlassen, zeigt vollkommen klar, wie groß die Konfusion immer noch ist. Das gab es schon in einigen Ländern. Der Staatsfond wird natürlich als Anlageobjekte vor allem Staatsanleihen halten. Auf diese Weise bekommt der Staat über einen kleinen Umweg das Geld sofort zurück, das die Bürger sonst als Rentenbeitrag direkt an ihn gezahlt hätten. Das ist Schilda in Reinform.

Natürlich hat sich auch deshalb die Euphorie hinsichtlich privater Vorsorge gelegt, [...]

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