Welche Schuld hat die VWL an unserer Krise?

Die orthodoxe Ökonomie hatte gelehrt, dass Produktion und Einkommen einer Wirtschaft von den Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit bestimmt würden. Mit mehr gespartem Kapital würde dann die Arbeit produktiver und die Löhne könnten steigen. Der angebliche Kapitalmangel war die Begründung für die Forderung nach höheren Profiten, Lohnsenkung und Steuerentlastungen.

Keynes hat diese Lehre völlig verworfen. Produktion und Einkommen werden in der Regel aus monetären Gründen das Produktionspotenzial der Ökonomie nicht auslasten. Kapital ist nicht wirklich knapp, und weitere Investitionen könnten bald unrentabel werden.

Krisen sind nicht immer zu vermeiden. Zu den Zeiten des Goldstandards war die Währung zu einem festen Kurs an Gold gebunden, das die Zentralbanken auf Wunsch gegen ihre Banknoten auszuzahlen hatten. Vor allem bei steigenden Preisen flossen die Goldreserven ins Ausland ab und die Zentralbank musste die Zinsen erhöhen und eine Wirtschaftskrise auslösen, mit der die Löhne durch Massenarbeitslosigkeit und die Preise durch die Absatzkrise wieder herunter gebrochen wurden. Firmen bankrottierten und Menschen verhungerten, aber am Ende waren die Goldreserven gerettet und es kam wieder zu einer expansiven Geldpolitik mit dem nächsten Boom.

Das Geheimnis der Krisen durften die Professoren ihren Studenten an den Universitäten nicht verraten. Monetäre Zusammenhänge wurden grundsätzlich nicht diskutiert, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden