2014 – Nicht anders als vor einhundert Jahren ist die Unfähigkeit zum Dialog das prägende Zeichen unserer Zeit

1914 markierte in vieler Hinsicht eine Zeitenwende. Der erste Krieg mit einer globalen Dimension brach aus. Neue Kriegstechnologien töteten viele Millionen von Menschen und richteten Verwüstungen in einer Größenordnung an, die alles bisher Gesehene verblassen ließ. Schlimmer aber noch war, dass die Politik selbst nach dem Schock dieses Krieges nicht fähig war, den Ersten Weltkrieg mit einer Friedensordnung zu beenden, die den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Folgen hätte verhindern können.

Das immerhin gelang nach dem zweiten noch größeren Töten und Morden. Es wurde in der westlichen Welt eine Friedensordnung geschaffen, die dafür sorgte, dass sehr viele Menschen sich rasch aus den Ruinen des Krieges empor arbeiten und ihre materielle Situation durchgreifend verbessern konnten. Noch wichtiger: bei der Mehrheit der Bürger in den westlichen Ländern setzte sich die Überzeugung durch, dass es eine soziale und wirtschaftliche Ordnung geben kann, die jedem eine Hoffnung und eine faire Chance zum Aufstieg gibt, den meisten Menschen ein Leben ohne materielle Not ermöglicht und auch diejenigen nicht vernachlässigt, die, aus welchen Gründen auch immer, es nicht schaffen, für sich selbst ein Minimum an Wohlstand zu erarbeiten.

Heute, zu Beginn des Jahres 2014, ist von dieser Hoffnung nicht mehr viel geblieben. [...]

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