Bundesbankpräsident lobt deflationär wirkende Strategien zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit statt vor ihnen zu warnen

Die Deutsche Bundesbank hat schon immer mit ihren volkswirtschaftlichen Analysen Politik gemacht. Anfang der siebziger Jahren hat ein früherer Kollege von uns  (Reinhard Pohl aus dem DIW) zu dem Thema promoviert: „Geldtheoretische Analysen der Deutschen Bundesbank als Elemente einer Strategie der Überredung: Ein Beitrag zu Theorie und Praxis nationalökonomischer Sprachkritik.“ ‚Überredung‘ ist aber heute kaum noch ein passender Ausdruck für die Art und Weise, mit der Vertreter der Deutschen Bundesbank versuchen, die Öffentlichkeit von ihren Ansichten zu überzeugen. Das mag teilweise unserer Mediendemokratie geschuldet sein, in der manch einer die Mühen scheut, die mit einer differenzierten Argumentation verbunden sind, weil er ohnehin davon ausgeht, dass es nur plakative, plausibel klingende Kurzstatements bis in die Medien und die Köpfe großer Teile der Bevölkerung schaffen. Doch dass es der Präsident der Deutschen Bundesbank als enorm einflussreicher und nicht demokratisch gewählter Institution dermaßen an Konsistenz in der Argumentation mangeln lässt, wirft ein trauriges Schlaglicht auf das Niveau der wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung in Deutschland. Wer sich öffentlich so äußert wie Jens Weidmann – wir kommen gleich darauf zu sprechen –, der muss sich ziemlich sicher sein, dass niemand genau zuhört und mitdenkt, sonst würde er es nicht wagen, in einer einzigen Rede dem Hörer so Widersprüchliches hintereinander aufzutischen. [...]

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