Archiv | 21.02.2014 (editiert am 25.05.2016)

Unser Geldsystem III – Die erste Ölpreiskrise, die Löhne und die Rolle der Geldpolitik

Die Ölpreisschocks 1973 und 1979/1980 markierten den Anfang vom Ende des Keynesianismus in der Wissenschaft wie in der Politik. Hatte man sich bis dahin vor allem mit Nachfrageproblemen beschäftigt, tauchte mit der plötzlichen starken Erhöhung der Ölpreise die Frage auf, wie das marktwirtschaftliche System auf eine schockartige Veränderung reagiert, die von der Angebotsseite kommt, was bei einer Verteuerung von Vorleistungen offensichtlich der Fall zu sein schien.

Neoklassiker wie Keynesianer waren verwirrt. Hatten sie sich bisher vor allem mit der Phillips-Kurve beschäftigt, also der Beziehung zwischen einer bei Vollbeschäftigung überhitzten Wirtschaft und einer möglichen Beschleunigung der Inflation, drohte nun eine Inflation bzw. eine Preissteigerung, die bei einer schwachen Wirtschaftsentwicklung und einer schon hohen Arbeitslosigkeit eintreten konnte, die sogenannte Stagflation (also Inflation bei Stagnation). Das warf alle Modelle, die man kannte, über den Haufen. Dieses Phänomen stieß die Tür für den Monetarismus, die sich durch das Ende von Bretton Woods aufgetan hatte, noch viel weiter auf, weil die Monetaristen weiterhin stoisch ihre Position vertraten, dass Inflation ein rein monetäres Phänomen sei (was sie im Zusammenhang mit den Ölpreisschocks ganz offensichtlich nicht war), das den Einsatz der Geldpolitik fordere. So kam die Arbeitslosigkeit über die Ölkrisen in die westliche Welt und hat sich dort dank des Monetarismus bis heute hartnäckig festsetzen können, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden