Chinas Führung ohne Kompass, westliche Berater ohne Karte

Vergangene Woche war ich auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung für drei Tage in Peking, um auf einer Konferenz in und mit der „Zentralen Parteihochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas“, so der offizielle Name, den „Einfluss von Finanz- und Schuldenkrise auf das kapitalistische System“, so der Titel der Veranstaltung, zu diskutieren.

Mein Interesse war vor allem herauszufinden, ob sich nach so vielen Jahren in der Transformation von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft (man sieht als Datum für die Wende in China meist das Jahr 1978 an) inzwischen auch die geistigen Voraussetzungen für eine durchgreifende Wende in der chinesischen Führung eingestellt haben. Welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein als die Zentrale Parteihochschule?

Um es vorweg und milde zu sagen: Das Ergebnis ist ernüchternd. Die chinesischen Beiträge waren, nicht anders als in vergleichbaren Veranstaltungen vor zwanzig oder gar dreißig Jahren (wenn ich an die ersten Besuche chinesischer Delegationen in Deutschland denke), zumeist von einer Aufzählung einfacher Fakten gekennzeichnet und von pauschalen Kategorisierungen wie der des „Kapitalismus“, der „Globalisierung“ oder des „Finanzkapitalismus“. Von einer empirisch fundierten und von unterschiedlichen theoretischen Ansätzen geleiteten Analyse kann immer noch nicht die Rede sein. Der am meisten genannte Autor war Karl Marx. Aber auf meine Frage, [...]

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