Archiv | 21.05.2014

Libération: Eine deutsche Schule für Europa

Libération, früher einmal eine linke französische Tageszeitung (sie wurde unter anderem von Jean Paul Sartre in den siebziger Jahren gegründet), macht gestern mit einem Titelblatt auf, das besser als alles andere zeigt, in welch tiefer Krise Europa steckt. „L’ Europe à l’école allemande“ (also „Europa in der deutschen Schule“) war das Stück überschrieben, das sich dann nach dem Titelblatt über geschlagene vier Seiten hinzieht.

Die Botschaft an die Franzosen ist eindeutig: Werdet deutscher, sonst hat weder die Europäische Union noch die Währungsunion eine Chance. Man konstatiert eine deutsche Dominanz in vielen Fragen, weiß aber nicht genau warum und macht die schiere deutsche Größe oder eine persönliche Dominanz von Bundeskanzlerin Merkel für die Entwicklung verantwortlich. Auf der zweiten Seite gibt es sechs Bilder, fünf von Frau Merkel, eins von Präsident Hollande. Bemerkenswert ist auch, dass man die im Vergleich zu ihren französischen Kollegen fleißigeren deutschen Europaparlamentarier für ein wichtiges Element der französischen Unterlegenheit hält.

Insgesamt ist die Geschichte ungeheuer platt und zusammengestückelt, aber man sieht, was passiert, wenn es in einer Gesellschaft keine ernsthafte ökonomische Diskussion gibt (man sollte nicht vergessen, dass z.B. auch Thomas Piketty, den viele für einen klugen französischen Ökonomen halten, zum Verhältnis Deutschlands zu Frankreich eine sehr wenig erhellende Meinung hat – laut Spiegel Interview in Heft 19/2014, [...]

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