Jahresbericht der BIZ: Der falsche Rat zur falschen Zeit

Vor ein paar Jahrzehnten war die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel eine von vielen Ökonomen jeder Ausrichtung bewunderte Organisation, weil sie sich immer wieder traute, ihren Besitzern, den wichtigsten und natürlich konservativen Zentralbanken, unorthodoxe Ratschläge zu geben, die aber meist sehr gut empirisch fundiert und vernünftig begründet waren. Heute, in ihrem neuesten Jahresbericht, gibt sie wieder unorthodoxe Ratschläge, aber komischerweise hat sich das weltanschauliche Verhältnis von BIZ zu Zentralbanken genau umgekehrt: Heute ist die BIZ extrem konservativ und die meisten Zentralbanken sind ziemlich progressiv.

Konkret sagt die BIZ in ihrem Jahresbericht 2014, es sei jetzt wohl Zeit aus der expansiven Politik der Notenbanken auszusteigen, selbst wenn es um den Preis einer Deflation ist. In Deutschland sind die üblichen Verdächtigen sofort auf diese Analyse aufgesprungen und fühlen sich in der Kritik bestätigt, die ursprünglich von der Deutschen Bundesbank kam, aber jetzt selbst dort nicht mehr so laut zu vernehmen ist. Die FAZ schrieb: „Aber auch wenn der Entzug der Billiggeld-Droge schmerzhaft ist – er darf nicht zu spät kommen. Sonst droht eine Wiederholung der Geschichte der Finanzkrise. Auf immer neue Schulden lässt sich keine nachhaltige Wirtschaft bauen.“

Dagegen hat Martin Wolf in der Financial Times (im Abonnement) diese überraschende Position der BIZ schon sehr schön auseinandergenommen. [...]

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