Nur vier Buchstaben

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank hat durch ein Treffen mit verschiedenen Gewerkschaften und durch in einem Artikel im SPIEGEL vom 21.7.2014 wiedergegebene Äußerungen deutlich gemacht, dass sich seine Institution für Lohnpolitik interessiert. Das tat sie zwar auch früher schon, wenn sie vor Lohn-Preis-Spiralen gewarnt hat. Nun aber richtet sich die Warnung in die umgekehrte Richtung, nämlich gegen Lohnerhöhungen, die zu gering ausfallen. Das sollte aus Symmetriegründen eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber die Reaktionen von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wissenschaft zeigen, dass hier etwas Ungewöhnliches geschieht.

Wir sind auf diesen Schwenk in der Argumentation der Deutschen Bundesbank bereits eingegangen. Ich will deshalb nur auf ein kleines, aber wichtiges Detail hinweisen. Die Aussagen zum „verteilungspolitischen Spielraum“ aus Sicht der Deutschen Bundesbank waren nämlich im erwähnten SPIEGEL-Artikel präzise so formuliert, dass sich die derzeit angemessene jährliche Rate des Wachstums der Stundenlöhne aus dem Produktivitätswachstum und der Zielinflationsrate der Notenbank zusammensetzen sollte. Auch beispielsweise die Süddeutsche Zeitung oder am 22.7.2014 das Handelsblatt (leider nicht in der Online-Ausgabe) haben das aufgegriffen und für richtig erklärt.

Warum aber sollte sich das Lohnwachstum an der Zielinflationsrate orientieren und nicht an der aktuellen (oder erwarteten) Ist-Inflationsrate? [...]

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