Absurdes Theater: Sigmar Gabriel lässt die deutsche Investitionsschwäche „erforschen“ und Frank Schäffler gründet eine „Denkfabrik“

Dieser Tage, in den Zeiten der allgemeinen Verunsicherung, häufen sich Vorgänge, die man eigentlich nur von einem absurden Drama erwartet. Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister, will, so berichtet das Handelsblatt, von einem Expertenbeirat Modelle zur Belebung der Investitionstätigkeit in Deutschland entwickeln lassen und benennt als Vorsitzenden dieses Beirats Marcel Fratzscher, den Präsidenten des DIW Berlin, und als Mitglied u.a. Jürgen Fitschen, den einen der beiden Deutsche Bank-Chefs, sowie elf weitere Größen aus Finanz- und Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Verbänden. Gabriel reagiere damit „auf die seit Jahren beklagte Investitionsschwäche in Deutschland“, berichtet das Manager Magazin. „Private und öffentliche Investitionen liegen deutlich unter dem Durchschnitt der Industriestaaten.“, erklärt das Blatt weiter.

Wer hätte das gedacht? Nach jahrelangen Sparorgien der öffentlichen Hand sind also die deutschen öffentlichen Investitionen nicht auf der Höhe der Zeit. Woher das wohl kommt? Da muss man mal den Rat der Wissenschaft einholen. Denn den Finanzminister, der es ja wissen könnte, mag man offenbar nicht mit so profanen Fragen behelligen. Oder ihn gar durch die naheliegende Antwort in Bedrängnis bringen, dass derjenige, der spart, nicht investieren kann. Oder umgekehrt, dass, wer investieren will, sich verschulden, also das Gegenteil von Sparen unternehmen muss.

Schreibt man der Fiskalpolitik eine Schuldenbremse vor, [...]

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