Deflation nach 14 Jahren

Ein Leser (vielen Dank dafür) weist mich auf einen Text hin, den ich vor 14 Jahren geschrieben habe:

„Der neomerkantilistische Ansatz vieler westlicher Staaten aber, deren Politik einseitig auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ausgerichtet ist, muss früher oder später scheitern, weil sie mit Neomerkantilismus der anderen Länder beantwortet werden muss. Schaukelt sich eine solche Entwicklung auf, sind Abwertungs- oder Kostensenkungswettläufe, wie sie vor der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zu beobachten waren, unvermeidlich. Erfolgen die Abwertungs- und Kostensenkungsversuche wie derzeit bei ohnehin schon sehr niedrigen Inflationsraten, ist sogar eine allgemeine Deflation die unausweichliche Folge.

Wettbewerb der Nationen ist immer ein Abwertungswettlauf mit anderen Mitteln. Das ist eine Lektion, die für die Europäische Währungsunion von besonderer Bedeutung sein wird. Wenn das Mittel der Abwertung, also die Ausnutzung dieser spezifischen Form der Geldillusion nicht mehr greift, brauchen die beteiligten Staaten den Konsens darüber, dass andere Formen kompetitiver Abwertung ausgeschlossen sind, um deflationäre Entwicklungen bzw. eine massive geldpolitische Störung zu vermeiden. Solange die Nation der Raum ist, in dem die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen definiert werden, die letztlich das Gesamtergebnis des wirtschaftlichen Prozesses, das Realeinkommen und die Produktivität nämlich, bestimmen, solange müssen die Nationen dafür sorgen, dass die Früchte ihrer Anstrengungen auch im Inland anfallen und konsumiert werden und nicht als Mittel einer verdeckten Abwertung im Kampf der Nationen dienen. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden